Anerkennung für Gemüsemarkt
Fulda erhielt den „Deutschen Städtebaupreis”
Fulda/Bonn (FZ)
Mit dem „Deutschen Städtebaupreis”, einer der höchsten Auszeichnungen in Städtebau und Architektur, die jährlich zusammen mit der Bank SEB in Bonn vergeben werden, ist der Fuldaer Gemüsemarkt ausgezeichnet worden.
Unter 86 Arbeiten hatte sich die Stadt Fulda zusammen mit den Architekten Baumeister & Scheel beworben und wurde zusammen mit sieben anderen Projekten nominiert. Neben Städten wie Hamburg – Revitalisierung eines großen Fabrikgeländes, Bremerhafen – Ausbau einer Kaserne zu einer Universität und Frankfurt-Westhafen erhielt Fulda für die Umgestaltung des Gemüsemarktes eine außerordentliche Anerkennung (mit Belobigung und Geldpreis) und stand damit in der Bewertung der Jury an vierter Stelle.
„Wunde” aus dem Krieg
Beim Gemüsemarkt sei vor allem herausgearbeitet worden, dass die Stadt bereit war, „durch Wettbewerb eine im Krieg entstandene Wunde, die viel zu schnell geschlossen wurde, wieder anzupacken”. Die große Ergebnisoffenheit des Verfahrens wurde lobend hervorgehoben. Das Zusammenspiel des konsequent formulierten Bürgerwillens und einer sensibel arbeitenden Architektenschaft, moderiert durch die Stadtbaurätin Cornelia Zuschke, führte nunmehr zu einem Ergebnis, von dem die Jury sagt: „Aus einem provokaten strengen Kubus ist ein schlichter und schlanker himmelwärts strebender Bau (Solitär) geworden, der Einblicke gewährt, Ausblicke gestattet und in der Dunkelheit leuchtet. Das neue Haus auf dem Gemüsemarkt macht hier drei interessante Räume mit ganz unterschiedlichem Charakter.”
Großzügig und intim
„Inzwischen ist der 2003 fertig gestellte Gemüsemarkt ein lebendiger und vielfältig genutzter öffentlicher Stadtraum geworden, der nicht zuletzt wegen der raffinierten Stellung, Kubatur und Architektur des neuen Hauses großzügig und intim zugleich scheint. Er ist nur ganz wenig modisch und deshalb recht zeitgenössisch. Er wirkt weder historisierend oder gar heimattümelnd, wohl aber geschichtlich.” so die Jury weiter in ihrer Begründung.


